Der BFFS ist aus seinen Kinderschuhen heraus, hat seine Pubertät überwunden und wird langsam volljährig. Er ist im Laufe seiner letzten 17 Jahre stetig gewachsen und hat nun über 3.900 Mitglieder. Das sind ca. 25% aller deutschen Schauspieler*innen (im Jahr 2019 waren das 14.930) und stellt einen Organisationsgrad dar, der über dem Durchschnitt deutscher Gewerkschaften von 15% liegt. Angesichts der äußerst kurzzeitigen Einbindung von Schauspieler*innen in die Betriebe der Film-, Synchron- oder Theaterlandschaft, was ein erhebliches Hindernis, Mitglieder zu gewinnen, darstellt, ist die Mitgliederentwicklung des BFFS umso bemerkenswerter. Dennoch: Für die Herausforderungen, die vor uns liegen, kann der BFFS nicht groß genug sein.
Ein Hebel, gute Verträge abschließen zu können, ist, eine starke Gewerkschaft zu sein. Am Verhandlungstisch ist es weniger eine Frage der guten Argumente als vielmehr eine der Macht, die vor allem aus dem großen Rückhalt einer in der Branche entscheidenden Gruppe erwächst, ob zugunsten dieser Gruppe Fortschritte durchgesetzt werden können oder nicht.
Die Politik fühlt sich angesichts der zahllosen Interessensgruppen im Kulturbereich völlig überfordert. Nur mitgliederstarke Organisationen, insbesondere wenn sie wie der BFFS einen attraktiven Berufsstand vertreten, haben eine Chance, die Aufmerksamkeit der Politik zu gewinnen.
Mehr Mitglieder, die durch ihre Mitgliedschaft besser über ihre Rechte Bescheid wissen, sind auch mehr Schauspieler*innen, die sich nicht so leicht über den Tisch ziehen lassen.
Ja, im Vergleich zu anderen Kulturschaffendenverbänden hat der BFFS viele Mitglieder. Er hat aber auch viele Anliegen, demnach einen großen Handlungs- und nicht zuletzt einen hohen Finanzbedarf, der auf Dauer nur von noch mehr Mitgliedern gedeckt werden kann.
Der neue Vorstand wird sich für noch mehr Mitglieder stark machen.