Ein weiteres Fundament seiner Durchsetzungsmacht sind die Einrichtungen, die der BFFS seit seiner Gründung nach und nach geschaffen hat:
Gegründet im Jahr 2012, hat der Deutsche Schauspielpreis sich zu einem der beliebtesten Auszeichnungen unter Schauspieler*innen entwickelt, was nicht nur an der Tatsache liegt, dass er die einzige Auszeichnung von Schauspieler*innen für Schauspieler*innen im deutschsprachigen Raum ist und es keinen anderen Preis gibt, der für sich in Anspruch nehmen kann, das gesamte Schaffen deutschsprachiger Schauspieler*innen im Blick zu haben, sondern auch an der einzigartigen familiären und herzlichen Atmosphäre bei der Verleihung.
Mit diesem Preis beweist der BFFS Jahr für Jahr seine Organisations-Kompetenz und Ausstrahlung auf die gesamte Branche und über diese hinaus. Abgesehen von der Rückgewinnung der Deutungshoheit über das, was wir Schauspieler*innen unter inspirierendem Schauspiel verstehen, dient der Deutsche Schauspielpreis deshalb auch dem Ruf des BFFS als legitime Vertretung der gesamten Schauspielschaft und bietet dem BFFS darüber hinaus auch die Möglichkeit der Charme-Offensive. Denn unsere Ziele verfolgen wir auf verschiedene Weisen. Neben Verhandlungsmacht und Bündnisfähigkeit sollten die Soft Skills der professionellen Gastfreundschaft nicht unterschätzt werden. Verhandlungspartner*innen, politische Entscheidungsträger*innen und andere Partner*innen unserer Arbeit sind Menschen, zu denen der Zugang durch eine solche Gastfreundschaft erfahrungsgemäß erleichtert wird.
Um es salopp zu formulieren: Ein gut sortiertes und ansprechendes Schaufenster erhöht das Vertrauen der Kund*innen in das Geschäft. Der Deutsche Schauspielpreis ist gewissermaßen das Schaufenster des BFFS. Insofern dient auch er der Mobilisierung und Bündelung unserer Kräfte, indem er das Vertrauen in sowohl Verhandlungsmacht als auch Verhandlungskompetenz unserer Gewerkschaft stärkt.
Auch der Schauspiegel als regelmäßig erscheinendes, professionell gestaltetes Magazin dient diesem Zweck. Er wird nicht nur von den BFFS-Mitgliedern wahrgenommen und gelesen, sondern auch von anderen Branchenvertreter*innen. Auf diese Weise werden unsere Themen und Standpunkte verbreitet und es entsteht, analog zum Deutschen Schauspielpreis, ein Bild des BFFS als funktionstüchtiger und schlagkräftiger Gewerkschaft in ansprechender und professioneller Form.
Sowohl der Deutsche Schauspielpreis als auch der Schauspiegel sind im Großen und Ganzen auf einem guten Weg, den zu gehen Kontinuität und weitere Professionalisierung erfordert, die der neue Vorstand aufzubringen entschlossen ist.
Der BFFS ist alleiniger Gesellschafter der von ihr geschaffenen „deska Deutsche Schauspielkasse“.
Neben der Schwierigkeit, zugunsten der Schauspieler*innen Folgevergütungen von der Seite der Produzent*innen, Sender-, Verleih- und Streaming-Unternehmen abringen zu können, bestand immer auch das administrative Problem, dass diese Verwerterseite grundsätzlich nicht in der Lage oder gewillt war (und ist), die Verteilung dieser Folgevergütungsgelder an die zahlreichen berechtigten Schauspieler*innen selbst zu übernehmen. Verwertungsgesellschaften wollten diese Aufgabe ebenfalls nicht übernehmen. Die GVL nicht, weil sie den Aufwand scheute, die VG Bild-Kunst nicht, weil andere Berufsgruppen in ihren Gremien (Regie, Kamera, Szenen-, Kostümbild, Filmschnitt) dem Widerstand ihrer Verbände entsprechend, die Unterstützung strikt ablehnten. Ohne Organisation der Verteilung aber wären unsere BFFS-Verträge zur Zahlung von Folgevergütungen gar nicht erst zustande gekommen. Mit Gründung unserer deska Deutsche Schauspielkasse im Jahr 2014 hat der BFFS die Verteilung an uns Schauspieler*innen auf solide und vom Wohlwollen konkurrierender Berufsverbände unabhängige Füße gestellt. Noch besser: Inzwischen nehmen auch Angehörige anderer Gewerke, um ihre Folgevergütungen zu erhalten, die Dienste unserer deska Deutsche Schauspielkasse in Anspruch. So ermöglicht sie nicht nur die Abwicklung der Verteilung von Folgevergütungen an einen großen Berechtigtenkreis, allein dass der BFFS über dieses Instrument verfügt, öffnet ihm die Tür zu neuen Verhandlungen und Vertragsabschlüssen.
Der Vorstand wird sich in den Verhandlungen weiterhin dafür einsetzen, die Verwaltungskosten der Verteilung durch die deska möglichst von der Verwerterseite tragen zu lassen. Wenn und soweit dies nicht durchsetzbar ist, dürfen keinesfalls BFFS-Mitgliedsbeiträge dafür herhalten, sondern muss die deska von den Empfänger*innen der Folgevergütungen eine entsprechende Gebühr einnehmen. Dabei sollte von den BFFS-Mitgliedern unter den Empfänger*innen geringere Gebühren abverlangt werden. Auch darauf wird der BFFS achten. Schließlich gewährleisten unsere Mitglieder den Bestand des BFFS und damit auch der deska.